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Martin Breitler

Vom Investmentbanker zum soliden Handwerker

Geboren und aufgewachsen bin ich in Kreuzlingen Thurgau. Schon als Kind war die Tierliebe sehr gross. Damals war der Traumberuf Tierarzt noch im Vordergrund. Leider konnte ich damals meinen Wunsch, Reiten zu lernen nicht verwirklichen, da es finanziell nicht möglich war.

Nach einem Jahr an der Kantonsschule entschloss ich mich aber, nicht die Matura zu machen, sondern eine kaufmännische Lehre zu beginnen. So absolvierte ich von 1985 bis 1988 eine Banklehre beim damaligen Bankverein in Kreuzlingen. Nach der Lehre stand die Rekrutenschule an, welche ich in Frauenfeld absolvierte.

Gleich nach der Rekrutenschule wechselte ich zum Bankverein in Zürich. Am Hauptsitz wurde ich zum Devisenhändler ausgebildet. Diesen Beruf übte ich bis zum Herbst 1997 aus. Zwischenstationen in Genf, New York und Chicago gaben mir die Gelegenheit meine Fremdsprachkenntnisse zu verbessern und andere Kulturen kennen zu lernen.

Nach einem kurzen Abstecher zur ZKB landete ich schliesslich bei der ABB. Leider verlor ich zunehmend das Interesse an dieser Arbeit, welche ich mehr und mehr als belastend und nervenaufreibend empfand.

In der Zwischenzeit zog ich mit meiner Frau aus der Stadt Zürich nach Fehraltorf. Dort verwirklichte ich meinen Traum und fing mit dem Reiten an. Nach nur einem Jahr Reitstunden kauften wir unser erstes Pferd „Brinkman“. Ein ausgedienter Galopper. Dieser hatte massive Rückenprobleme.

"Eines Nachts stand ich verzweifelt im Stall neben meinem Pferd und dachte darüber nach, was man evtl. am Sattel verbessern könnte. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf es mich. Ich wusste - ich lerne Sattler!"

Nach kurzer Zeit fand ich bei Ruedi Gerber in Berg Thurgau eine Lehrstelle. Innert weniger Wochen kündigte ich meine Stellung und fing die Lehre an. Ich wechselte von einem sehr guten Gehalt hin zum Lehrlingslohn von Fr. 500.--. Ich ging ganz normal mit all den Jungen in die Gewerbeschule.

Im Betrieb von Ruedi Gerber wurde ich vom Fahrvirus befallen. Nachdem „Brinkman“ vom Tierarzt das Todesurteil bekam, entschied ich mich, einen Freiberger zu kaufen, damit ich fahren lernen kann.

Inzwischen bin ich Besitzer von 2 Freibergern „Cyrano“ und „Gioia“, welche ich hauptsächlich 2-spännig fahre. Geritten werden die beiden ebenfalls.

Heute ist es mein oberstes Ziel, Sättel herzustellen, welche für das Pferd das Optimum herausholen können. Dies ist oftmals enorm schwierig, da wir zunehmend mit „Spezialfällen“ konfrontiert werden, die schon verschiedene Erfahrungen gemacht haben. Weiter ist es oftmals schier unmöglich, Pferd und Reiter im gleichen Mass zufrieden zu stellen. Wie gesagt, hat für mich aber immer das Pferd Vorrang.